Zukunftswerkstatt

In einer Zukunftswerkstatt werden neue Ideen entwickelt, die Fantasie der Teilnehmer angeregt und gefördert und so gemeinsam neue und ungewöhnliche Lösungen für konkrete Probleme gefunden. Jeder beteiligte Bürger ist ein Experte, jeder bringt sein Wissen und seinen individuellen Hintergrund in den Prozess ein.

Foto: Ars Electronica Center via flickr.com , Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Verfahrenskonzept

Ja

Funktion

Mitbestimmung

Gruppengröße

Sehr große Gruppen >50 Personen; Großgruppen >30 Personen; Mittlere Gruppen 15-30 Personen; Kleingruppen < 15 Personen

Teilnehmer (Min.)

5

Teilnehmer (Max.)

200

Zielgruppe

Allgemeinheit; Kinder; Jugendliche; Junge Erwachsene; Erwachsene; Ältere Menschen; Lehrer

Vorbereitung

Der Moderator sollte sich mit dem zu bearbeitenden Thema und besonders der Methode vertraut machen; je nach Gruppengröße muss ein geeigneter Raum mit entsprechenden Tischen und Stühlen für die Diskussionstage vorbereitet werden.

Ablauf

Eine Zukunftswerkstatt dauert 2 bis 3 Tage und kann mit sehr unterschiedlichen Gruppen, sowohl thematisch und strukturell als auch die Zielgruppe betreffend, durchgeführt werden. Zum Beispiel könnten sich die Teilnehmer zusammensetzen aus einer Schulklasse, einer Gruppe von Studenten, Kollegien, Anwohnern aus der Nachbarschaft oder auch einem Zusammenschluss von Betroffenen. Gemeinsam sollte die Gruppe ein zu bearbeitendes Thema haben.

Wichtige Grundsätze sind eine wohwollende, kreativitätsfördernde Atmosphäre unter den Teilnehmern, in der jeder jedem hilft und alle Beiträge auf gleiche Weise behandelt werden. Störungen haben Vorrang und werden gelöst. Die Ergebnisse von Diskussionen werden auf Moderationskarten festgehalten. Während der Diskussion werden möglichst konkrete Beispiele genannt. Ideen von anderen Teilnehmern dürfen aufgenommen und weitergedacht werden.

Zu Anfang sollte der Moderator die Zukunftswerkstatt und deren Thema vorstellen und so in die Veranstaltung einführen. Anschließend findet eine Vorstellungsrunde unter den Teilnehmern statt, in der auch die Wünsche und Erwartungen an die Gruppenarbeit ausgedrückt werden.
Das Verfahren gliedert sich anschließend in drei Kernphasen:

In der Kritikphase werden mithilfe von Brainstorming Probleme erfasst und möglichst präzise Kritik an der aktuellen Situation geübt. Die genannten Punkte können dann in Arbeitsbereichen zusammengefasst werden. Eine Bewertung durch die Teilnehmer verleiht den Themen unterschiedliches Gewicht, sodass sich Schwerpunkte für die folgende Gruppenarbeit herauskristallisieren.

In der anschließenden Phantasiephase werden spielerisch und ohne Zwänge Lösungen gesucht. Hier geht es darum zu wünschen, zu träumen, Utopien nachzusinnen und diese in einem zweiten Schritt in Lösungsvorschläge weiterzuentwickeln. Alles ist erlaubt, alle „Abers“ werden ignoriert.

In der Realisierungsphase werden die erarbeiteten Lösungsvorschläge dann auf reale Verwirklichungsmöglichkeiten hin überprüft. Es wird diskutiert was bei einer möglichen Umsetzung beachtet werden muss, wo es Schwachstellen gibt, wer einen Lösungsvorschlag umsetzen könnte und was überhaupt umgesetzt werden soll. Die Ergebnisse aus der Phantasiephase werden so konkretisiert und ausgearbeitet.
Die Rolle des Moderators ist es unter anderem, auf Schwachstellen der Vorschläge hinzuweisen.

In einer abschließenden Phase, auch permanente Werkstatt genannt, wird das Erarbeitete in der Praxis angewandt. Die theoretische Arbeit der Zukunftswerkstatt ist dann abgeschlossen.

Benötigtes Material

1 Moderator pro 15 Teilnehmer, der die Arbeit begleitet
Der Gruppengröße entsprechende Tische und Stühle
Moderationskarten und Flipcharts für die Ergebnissicherung

Dauer

Mehrere Tage

Kosten pro Teilnehmer

10,- bis 50,- EUR

Anforderungen an Moderation

Mittel

Professionelle Moderation

Erforderlich