Streitgespräch

Foto: Rolf van Melis via flickr.com, Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Das Streitgespräch kann vor allem angewendet werden, wenn es sich um ein kontroverses Thema mit vielen unterschiedlichen Meinungen handelt. Durch klare Rollenverteilungen und entsprechende inhaltliche Vorbereitung entstehen interessante Diskussionen. Obwohl es sich um ein Streitgespräch handelt, müssen sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an die vorher festgelegten Diskussionsregeln halten.

Verfahrenskonzept

Nein

Funktion

Konsultation; Mitbestimmung

Gruppengröße

Mittlere Gruppen 15-30 Personen; Kleingruppen < 15 Personen

Teilnehmer (Min)

3

Teilnehmer (Max)

30

Zielgruppe

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Vorbereitung

Der Methodenleiter überlegt sich eine Diskussionsfrage. Gegebenenfalls kann er zu dem betreffenden Thema Informationen – beispielsweise in Form von Texten, kurzen Videos oder Grafiken – bereitstellen. Er kann zudem vorab Diskussionsregeln aufstellen und sie gut sichtbar im Raum aufhängen oder sie alternativ erst später im Plenum ermitteln lassen.

Ablauf

Der Methodenleiter führt kurz in das Thema ein und erörtert die Diskussionsfrage. Anschließend haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer etwas Zeit, um sich auszutauschen und zu überlegen, welche themenbezogene Position sie einnehmen wollen. Jetzt werden mehrere Gruppen gebildet, deren Mitglieder jeweils inhaltlich eine Meinung teilen. Im trivialsten Fall gibt es folglich eine Pro- und eine Kontra-Gruppe. Wichtig ist die Vergabe der Rolle des Diskussionsleiters, die im Notfall auch vom Methodenleiter übernommen werden kann. Der Diskussionsleiter überlegt sich nun Fragen, die er im Streitgespräch stellen möchte. Außerdem wird mindestens eine Beobachtergruppe gebildet, die das Streitgespräch kritisch beobachtet. In jeder dieser Kleingruppen sollten nicht mehr als fünf Personen sein. Die Gruppen haben ca. 10-20 Minuten Zeit, sich mit Hilfe der bereitgelegten Informationen und durch den gemeinsamen Austausch auf das anschließende Streitgespräch vorzubereiten. Im Anschluss daran werden die Diskussionsteilnehmer auf „die Bühne“ gebeten. Es können auch mehrere Teilnehmer pro Gruppe an der Diskussion teilnehmen, wenngleich die Zahl der Repräsentanten aus jeder Gruppe immer ausgeglichen sein sollte. Die Diskussion beginnt, in dem jeder Gruppenvertreter kurz seine Position vorstellt und mit einem Satz begründet. Anschließend startet die eigentliche Diskussion beispielsweise durch die erste Frage des Diskussionsleiters. Oftmals reicht diese schon aus, um das Gespräch in Gang zu bringen. Der Leiter kann entscheiden, wie stark er das Gespräch lenken möchte. Wie lange die Diskussion dauert, hängt vom Thema, der zur Verfügung stehenden Zeit und der Diskussionsteilnehmeranzahl ab.

Im Anschluß an das Gespräch folgt die Feedbackrunde, die von der Beobachtergruppe eingeleitet wird. Ihre Mitglieder bewerten die Diskussionsqualität im Allgemeinen, können aber auch auf einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingehen. Anschließend erhalten erneut die aktiven Diskutanten das Wort. Sie können nun ihrerseits beschreiben, wie sie die Gesprächsatmosphäre empfunden haben und was verbesserungswürdig ist.

Material
  • Stifte
  • Papier
  • Sitzgelegenheiten (Tische und Stühle)
  • Informationsmaterialien
Tipps und Anregungen

Eine Variante des Streitgespräches ist es, die Positionen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits vorzugeben. Auch wenn sie nicht mit der vorgegebenen Meinung einverstanden sind, müssen sie versuchen, sich in ihre Rolle einzufügen. So kann das Verständnis dafür gesteigert werden, dass die meisten Thematiken nicht trivial sind, sondern von vielen Seiten betrachtet werden können und müssen.

Dauer

Wenige Stunden

Kosten pro Teilnehmer

< 10,- EUR

Anforderung an Moderation

gering

Professionelle Moderation

nicht erforderlich

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