Aus Grau mach Grün

Um deutsche Städte grüner zu machen und Freiflächen nicht ungenutzt zu lassen, hat die Bundesregierung das Projekt „Grün in der Stadt“ gegründet, bei dem die Bevölkerung um Mitsprache gebeten wird.

Foto: Giovani Racca via Flickr.com, Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Schon seit geraumer Zeit ist in Deutschland das Phänomen der Landflucht zu verzeichnen. Immer mehr Menschen ziehen vom Land in die Stadt. Doch wirklich dahin ziehen tut es nur wenige. Bei der aktuellen repräsentativen Umfrage der Bundesstiftung Baukultur gaben nur 21 Prozent der Befragten an, lieber in Großstädten als im ländlichen Raum leben zu wollen. Ganze 45 Prozent ziehen das Leben auf dem Lande vor. Umso wichtiger ist es daher, ein Stück Land in die Stadt zu holen. Grünflächen stellen unerlässliche Naherholungsgebiete dar, die nicht nur als Räume sozialer Begegnung und sportlicher Aktivität dienen, sondern sich auch positiv auf die Luftqualität und daher Gesundheit der Stadtbewohner auswirken.

Um zukünftig noch mehr Grün- und Freiflächen in Deutschlands Städte zu integrieren, hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktor­sicherheit (BMUB) 2013 das Projekt “Grün in der Stadt” ins Leben gerufen. Es möchte zum einen den politischen Fokus auf dieses Themenfeld lenken und zum anderen mit den Bürgerinnen und Bürgern über Relevanz und Gestaltungsmöglichkeiten des urbanen Grüns sprechen. Als erster wichtiger Schritt hierfür wurde 2015 das Grünbuch Grün in der Stadt − Für eine lebenswerte Zukunft als Ausfluss einer zweitägigen Konferenz veröffentlicht. Es gibt Auskunft über vielfältige Verwendungszwecke der Flächen und weist auf mögliche Herausforderungen bei deren Umsetzung hin.

Kommendes Jahr soll nun ein Weißbuch das Grünbuch ergänzen. Bürgerinnen und Bürger werden darum gebeten, ihre Vorstellungen von Natur in der Stadt zu teilen und so zusammen mit der Bundesregierung an der Gestaltung deutscher Städte mitzuarbeiten. Im Zuge dessen hat das BMUB eine Dialogplattform eingerichtet, auf der sowohl Vorschläge für das Weißbuch als auch Ideen für die Nutzung von städtischen Frei- und Grünflächen vorgetragen werden können. Am 8. und 9. Mai 2017 sollen die Ergebnisse beim Kongress “Grün in der Stadt” in Essen vorgestellt werden.