Appreciative Inquiry

Peter Durand via Flickr.com, Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Die Appreciative Inquiry (AI) ist ein Verfahren, das von dem Amerikaner Dr. David Cooperrider in den 1980er Jahren entwickelt wurde. Sie geht in ihrem Anspruch weit über herkömmliche Methoden hinaus und versteht sich Grundeinstellung/Philosophie. Daher ist ihre Anwendung auch in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen möglich und findet oft in Unternehmen Anwendung.  Insbesondere wendet sich die AI gegen den herkömmlichen Ansatz der Problemorientierung und versteht sich demgegenüber als positiver, stärkenbasierter Ansatz. Erkennbar wird der Unterschied anhand der Gestalt der Ausgangsfrage im Verfahren: Während im problemlösungsorientierten Muster mit Hilfe der Eingangsfrage ein Problem thematisiert wird, bspw.: „Wieso gibt es zu wenige Parkplätze in der Gemeinde?” drückt sich der wertschätzende Problemzugang der AI darin aus, dass anstatt der Problemfokussierung nach den Faktoren gefragt wird, die ausschlagend für das Wohlbefinden der Anwohner sind. Ihre Anwendung bietet sich immer dann an, wenn offen über die Gestaltung der Zukunft bzw. ein kulturelles oder strategisches Weiterentwicklungsvorhaben nachgedacht werden soll.

Verfahrenskonzept

Ja

Funktion

Konsultation

Gruppengröße

Sehr große Gruppen >50 Personen; Mittlere Gruppen 15-30 Personen; Kleingruppen < 15 Personen

Teilnehmer (Min.)

5

Teilnehmer (Max.)

99

Zielgruppe

Allgemeinheit

Vorbereitung

Der Veranstalter legt ein Kernthema fest, zu dem die AI stattfindet. Entsprechend der Grundidee muss es positiv formuliert sein und eine anspruchsvolle Aufgabe für die Teilnehmenden induzieren.

Ablauf

Das Verfahren gliedert sich in vier Phasen:

  1. Discovery – Erkunden und Verstehen
    Mit Hilfe von wertschätzenden Interviews werden die an Tischen sitzenden Partizipanten gebeten, sich untereinander ihrer positiven Erfahrungen zur Ausgangsfrage zu erinnern. Getreu dem Verfahrenstitel „Appreciative Inquiry“, was soviel bedeutet wie wertschätzende Erkundung, wird in dieser Phase die Genese und gegenwärtige Struktur einer Organisationseinheit, der die Teilnehmenden angehören, beleuchtet. Wenn gut konzipiert, werden in dieser Phase nicht nur Informationen gewonnen, sondern auch ein Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Teilnehmern aufgebaut, das als Energiequelle für die folgenden Phasen dient, da aus dem Verbundenheitsgewfühl leichter der Wunsch einer gemeinsamen Zukunftsgestaltung erwächst. Nach Abschluss der Interviews können sich alle Tischteilnehmer untereinander austauschen und die zentralen Punkte werden festgehalten.
  2. Dream – Erträumen und Vorstellen einer optimalen Zukunft
    Erneut werden paarweise Interviews durchgeführt, die nun dem Ziel dienen, einen optimalen Zukunftszustand zu ermitteln, der dann zukünftig als Richtwert dient. Bei der Ausgestaltung und Formulierung des optimalen Zustands sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.
  3. Design – Konzeption
    Auf Basis des im vorherigen Phasenschritt erstellten Zukunftsbilds erfolgt eine Konkretisierung von Entwürfen, die der Realisierung der im zweiten Phasenschritt elaborierten Vision dienen.
  4. Destiny/Delivery – Umsetzungsphase
    Aufbauend auf den vorangegangenen Konzeptionsschritt dient die letzte Phase einer weiteren Konkretisierung von Maßnahmen, wie der anvisierte Wunschzustand erreichbar ist und welche Schritte ergriffen werden müssen, um eine Umsetzbarkeit im Alltagsgeschäft zu ermöglichen.

Benötigtes Material
  • Jedes Instrument/Material, das dazu beiträgt die Kreativität und den Ideenreichtum der Teilnehmenden zu fördern und zum Ausdruck zu bringen ist anwendbar (Stifte, (bunte) Papiere, Whiteboards, Flipcharts etc.)
  • Tische mit Sitzgelegenheiten
Dauer

Ein oder mehrere Tag(e)

Kosten pro Teilnehmer

Ergeben sich in Abhängigkeit von der Größe des Formats und der gewählten Methoden; tendenziell 10,- bis 50,- EUR.

Anforderungen an Moderation

hoch

Professionelle Moderation

erforderlich

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