Aktivierende Befragung

Die aktivierende Befragung ist ähnlich der Bürgerpanel und dem Bürgerhaushalt eine Methode insbesondere für die Kommunalpolitik. Die Aktivierende Befragung erfasst die Meinungen und Sichtweisen der Bürger eines Stadtteils oder eines Wohngebiets und regt sie gleichzeitig dazu an, sich für ihre Interessen und Bedürfnisse einzusetzen. Sie fördert so das Eigenengagement der Bürger.

Foto Heinrich-Böll-Stiftung via flickr.com , Lizenz: CC BY-SA 2.0

Verfahrenskonzept

Nein

Funktion

Konsultation

Gruppengröße

Sehr große Gruppen >50 Personen; Großgruppen >30 Personen; Mittlere Gruppen 15-30 Personen; Kleingruppen < 15 Personen

Teilnehmer (Min.)

1

Teilnehmer (Max.)

500

Zielgruppe

Allgemeinheit; Junge Erwachsene; Erwachsene; Ältere Menschen

Vorbereitung

Am Anfang steht die Ermittlung des Themas der Befragung. Hierzu ist es hilfreich, Gespräche mit zentralen Personen und anderen Anwohnern des betroffenen Gebiets zu führen, entsprechende Unterlagen wie beispielsweise Zeitungsartikel auszuwerten und eigene Beobachtungen durchzuführen. Anschließend kann das genaue Befragungsgebiet festgelegt werden, dessen Grenzen nicht zu weit gezogen werden sollten und das nur eine übersichtliche Anzahl von Haushalten enthalten sollte.
Bevor die Befragung durchgeführt wird, sollten die Beteiligten rechtzeitig schriftlich informiert werden.

Ablauf

Die Befragungen werden von geschulten Interviewern persönlich mit den Betroffenen vor Ort geführt. Es gibt keinen festen Ablauf der Befragung, stattdessen sogenannte Leitlinien nach denen der Interviewer die Bürger mit offenen Fragen dazu anregt, ihre eigenen Sichtweisen zu schildern und die für sie wichtigen Themen herauszustellen. Es ergibt sich eine Struktur, die die Befragten selbst gestalten. Der Interviewer regt sie außerdem dazu an, die aus ihrer Sicht bestehenden Probleme sowie Lösungsvorschläge zu benennen und sich dazu zu äußern, ob sie an einer Beteiligung an der Umsetzung interessiert wären.

Die Befragung wird ausgewertet und die Ergebnisse auf einer Bürgerversammlung präsentiert. Hier können sich Beteiligte austauschen und gegebenenfalls Interessens- und Arbeitsgruppen für die Umsetzung bilden. Die Aktivierende Befragung ist somit der Startschuss für eine weitergehende Bürgerbeteiligung im Anschluss.

Benötigtes Material

Personelle Ressourcen für Vorgespräche und Voruntersuchungen
Material für Informationsbriefe sowie Befragungsunterlagen
In der Befragungsmethode geschulte Interviewer
Material für die Organisation einer Bürgerversammlung

Dauer

Ein Tag

Kosten pro Teilnehmer

< 10,- EUR

Anforderungen an Moderation

Gering

Professionelle Moderation

Nicht unbedingt erforderlich